Hans Piekenbrock

Hans Piekenbrock

Geboren am 03.10.1893 in Essen

Gestorben am 16.12.1959 in Porz-Wahn

Beruf: Offizier

 
 

Friedhof: Ostfriedhof

Geo-Koordinaten der Grabstelle: 
(in Dezimalgrad)

51.447840, 7.030247

Bearbeiter: LT

Vita

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Hans Friedrich Max Piekenbrock wurde als Sohn des Bauunternehmers Johann Piekenbrock in Essen geboren. Er besuchte das Helmholtz-Gymnasium in Essen und schloss seine Schulzeit Ostern 1914 mit dem Abitur ab. Im Anschluss begann er ein Jurastudium in Freiburg im Breisgau. Aufgrund des kurze Zeit später beginnenden Ersten Weltkriegs wendete sich jedoch sein Leben grundlegend. Piekenbrock meldete sich als Kriegsfreiwilliger bei der Kavallerie. Zu dieser Zeit sind im Stadtarchiv Essen keine Informationen überliefert. Nach Kriegsende entschied er sich, weiterhin als Berufsoffizier in der Reichswehr zu dienen.

In seiner langjährigen militärischen Laufbahn wurde er Oberst im Generalstab und der Leiter der Abwehrabteilung I direkt dem Leiter der deutschen Abwehr Admiral Canaris unterstellt. Im Frühjahr 1943 übernahm er jedoch als Generalmajor ein Frontkommando. Während dieser Zeit erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und später das Eichenlaub.[1] Piekenbrock bedankte sich bei Just Dillgardt, dem Essener Oberbürgermeister in einem Dankesbrief für dessen Glückwünsche zum Erhalt des Ritterkreuzes: „Durch Heimatgefühl und persönliche und wirtschaftliche Beziehungen fühle ich mich nach wie vor eng mit Essen verbunden.“[2] Grabstelle Hans PiekenbrockInwieweit diese Worte gegenüber dem einflussreichen Politiker ehrlich gemeint sind, ist nicht mehr überprüfbar. Jedoch ist nicht zu übersehen, dass die Familie Piekenbrock mit Essen untrennbar verbunden ist. Die monumentale Grabstelle auf dem Ostfriedhof ist Ruhestätte vieler Familienangehöriger. Unter anderem Hans' Vater Johann (1925 verstorben), der in der Huyssenallee 48 wohnte, und der Großvater Johann Wilhelm, der ebenfalls von Beruf Baumeister war. Das Piekenbrocksche Stammhaus befand sich auf dem Pferdemarkt 29, der heutigen Rottstraße.

Mit dem Dienstgrad eines Generalleutnants nahm die Sowjetische Armee ihn am 12. Mai 1945 in der Tschechoslowakei gefangen. Das Jahrzehnt bis zu seiner Entlassung war er zunächst im Moskauer Staatsgefängnis Lubljanka, danach in einem Gefängnis in Wladimir, 200 Kilometer nordöstlich von Moskau, untergebracht. Im Spätsommer 1955 wusste er, so die Ruhrnachrichten nach seinem Tod, dass die Stunde der Freiheit näher rücke würden, da er in das Generalslager Wolkowo übersiedeln durfte. Am 12. Oktober sah er seine Frau im Heimkehrerlager Friedland wieder.[3]

Hans Piekenbrock verstarb als letztes von neun Kindern auf dem Kersebaumhof, ein Erbteil mütterlicherseits, in der Ruhrallee 301A am 16. Dezember 1959.

Fußnoten

[1] Vgl. General Hans Piekenbrock gestorben. Er war der engste Vertraute des Abwehrchefs Canaris. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 18.12.1959.
[2] Stadtarchiv Essen, u.a. HdEG: Zg 88 und Zg 66. Verschiedenes (Todesanzeige, Information zur Ritterkreuzverleihung, Dankesbrief Piekenbrocks an den Oberbürgermeister, Jahrgangsliste des Abiturjahrgangs 1914, u.a.).
[3] Vgl. General a.D. Piekenbrock †. Sowjets entließen ihn erst nach zehnjähriger Gefangenschaft. In: Ruhr-Nachrichten, 18.12.1959.

Abbildungen

Grabbild

  • Sophia Sotke

Literatur

  • General a.D. Piekenbrock †. Sowjets entließen ihn erst nach zehnjähriger Gefangenschaft. In: Ruhr-Nachrichten, 18.12.1959.
  • General Hans Piekenbrock gestorben. Er war der engste Vertraute des Abwehrchefs Canaris. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 18.12.1959.
  • Piekenbrock, Hans. In: Dickhoff, Erwin (Hg.): Essener Köpfe. Essen 1986.
  • Stadtarchiv Essen, u.a. HdEG: Zg 88 und Zg 66. Verschiedenes (Todesanzeige, Information zur Ritterkreuzverleihung, Dankesbrief Piekenbrocks an den Oberbürgermeister, Jahrgangsliste des Abiturjahrgangs 1914, u.a.).