Theodora Rasche

Theodora Rasche

Geboren am 12.08.1899 in Unna

Gestorben am 25.02.1971 in Essen-Rüttenscheid

Beruf: Kunstfliegerin

 
 

Friedhof: Friedhof Bredeney

Geo-Koordinaten der Grabstelle: 
(in Dezimalgrad)

51.410175, 6.981762

Bearbeiter: MK

Vita

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Theodora – genannt Thea – Rasche wurde am 12. August 1899 in Unna als Tochter des strengen Direktors und Vorstandsmitgliedes der Aktienbrauerei in Essen – Wilhelm Rasche – geboren. Nachdem Thea die Töchterschule in Essen besucht hatte, ging sie für ein Pensionsjahr nach Dresden, wonach es sie auf die Landwirtschaftliche Frauenschule nach Bayern verschlug.[1] Diese Weiterbildung wurde wegen Krankheit der Mutter abgebrochen. Danach ging sie als Sekretärin nach Hamburg, wo sie zu hart schuftete, so dass sie krank mit dem Tode ring.[2]

Theodora RascheZum Fliegen, wodurch ihr Name weltberühmt wurde, kam Thea erstmals bei Freunden in Münster und dann 1924 bei Bäumer in Hamburg. Dazu trug auch ihre holländische Mutter bei, die Thea und ihre zwei Brüder, welche beide im Weltkrieg fielen, früh auf Auslandsreisen mitnahm.[3] Thea erlernte bei Bäumer das Fliegen und machte dort auch ihr Kunstflugexamen, welches sie zur ersten Kunstfliegerin der Welt machte. Später wurde sie auch zur ersten Frau mit Seefliegerexamen.[4] Das machte sie auch zur ersten Frau, welche Flüge ins Ausland machte. Dem Kunstflugexamen folgte ein Jahr später der erste von insgesamt fünf Besuchen – 1927, 1928, 1929, 1934/35, 1936/37 – in die USA.[5] Seit diesem Zeitpunkt war ihr Name aus der Fliegerszene nicht mehr wegzudenken. Sie war seit 1926 an allen Flugtagen und –wettbewerben beteiligt.[6] Durch ihre Amerikabesuche war es auch 1927 der Fall, dass Thea dort als erste deutsche Fliegerin Kunstflüge vorführte. Sie erhielt als Verständigerin zwischen den USA und Europa den Preis „Wings around the World for Peace“.[7]

Trotz ihres hohen Erfolges und Ruhms blieb Thea ihr Traum, als erste Frau den Ozean zu überfliegen, durch fehlende Sponsoren verwehrt.[8] So kam es dazu, dass – angetrieben von Theas Ruhm – auch andere Frauen wie Elly Beinhorn oder Amelia Earhart das Fliegen wagten.[9] Aus finanziellen Gründen, da das Fliegen populär wurde und man nichts mehr daran verdiente, suchte sich Thea einen Nebenverdienst und wurde Hauptschriftleiterin der deutschen Flugillustrierten.[10] So kam es dazu, dass sie 1932 nicht als Teilnehmerin, sondern als Journalistin das MacRobertson-Rennen von England aus nach Australien flog.[11] Zeitweise war sie auch noch als Chefredakteurin dieser Flugillustrierten tätig,[12] für die sie mitflog. Im Jahre 1933 verkaufte Thea Rasche ihr Flugzeug sogar,[13] wonach sie 1935 wieder selbstständig flog. Seit 1945 besuchte Thea Kurse in einer Berliner Klinik, um das Handwerk einer Krankenschwester zu lernen.[14]

Theodora Rasche - GrabstelleThea Rasche, das einstige Idol vieler Mädchen und eine Ikone ihrer Zeit, verstarb am 25. Februar 1971 in Essen-Rüttenscheid und wurde auf dem Friedhof Bredeney beigesetzt. Ihr Tod erfolgte nicht – wie bei ihrem langjährigen Freund – durch ihre waghalsigen Flugmanöver, bei denen sie schon häufiger abgestürzt war. Das Ehrengrab von Thea Rasche ist ein Familiengrab, welches aus fünf aneinander hängenden, dunklen Grabsteinen besteht. Der mittlere von diesen ist größer und verweist auf Theas zwei im Weltkrieg gefallenen Brüder hin. Vor diesen Grabsteinen liegt noch eine Grabplatte, auf der Thea Rasche aufgezeigt wird. Künstlerisch ist das Grab der Familie Rasche daher sehr schlicht gehalten.

Durch ihr vielseitiges Leben, ihre Verbindung zu Amerika durch ihre Flugkunst und ihrem Stand als erste Kunstfliegerin der Welt gehört Theodora Rasche auf jeden Fall in diese Liste der bedeutenden Persönlichkeiten Essens.

Fußnoten

[1] Erwin Dickhoff: Essener Köpfe - Wer war was?, Essen 1985, S.188
[2] Rolf Italiaander: Drei deutsche Fliegerinnen, Berlin 1940, S. 45
[3] Italiaander 1940, S. 45
[4] Karl Sabel: Thea Rasche – erste Kunstfliegerin der Welt, In: Westdeutsche Allgemeine vom 15.10.1950
[5] Italiaander 1940, S. 50
[6] Dickhoff 1985, S.189
[7] Italiaander 1940, S. 51
[8] Sabel WA 1950
[9] Sabel WA 1950
[10] Dickhoff 1985, S.189
[11] Sabel WA 1950
[12] Dickhoff 1985, S. 189
[13] Sabel WA 1950
[14] Sabel WA 1950

Abbildungen

Personenbild

Grabbild

  • Kristina Meyhoff

Literatur

  • Dickhoff, Erwin: Essener Köpfe – Wer war was?, Essen 1985, S. 188-189.
  • Italiaander, Rolf: Drei deutsche Fliegerinnen, Berlin 1940 , S. 43-71.
  • Sabel, Karl: Thea Rasche – erste Kunstfliegerin der Welt, In: Westdeutsche Allgemeine vom 15.10.1950.