Walter Forstmann

Walter Forstmann

Geboren am 09.03.1883 in Essen

Gestorben am 02.11.1973 in Essen

Beruf: Soldat

 
 

Friedhof: Friedhof Bredeney

Geo-Koordinaten der Grabstelle: 
(in Dezimalgrad)

51.408163, 6.979690

Bearbeiter: BL

Vita

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Walter Forstmann wurde am 9. März 1883 in Essen-Werden als Sohn des Arztes Dr. med. Gustav Forstmann und seiner Frau geboren.

Der junge Mann besuchte das Burggymnasium bevor er ab April 1900 als Seekadett der Kaiserlichen Marine beitrat. 1903 folgte die Beförderung zum Leutnant zur See, gefolgt von dem Rang des Kapitänleutnants und Kommandanten eines Unterseebootes im Jahr 1911. Von Herbst 1913 bis Kriegsbeginn besuchte Walter Forstmann die Marine-Akademie und kämpfte ab 1914 erfolgreich im U-Boot gegen die Alliierten. Daher ernannte man ihn 1917 zum Chef der 3. U-Boot-Flottille, die in der Nordsee kämpfte, und verabschiedete ihn 1918 mit dem Rang eines Korvettenkapitäns. Walter Forstmann erhielt als einer der berühmtesten und erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten des Ersten Weltkriegs zahlreichen nationale und internationale Orden: etwa das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse und das Ritterkreuz mit Schwertern des Königlichen Hausordens von Hohenzollern, sowie weitere österreichische und türkische Auszeichnungen.

Grabstelle Walter ForstmannNach dem Krieg und dem vorläufigen Ende seiner militärischen Karriere vollzog sich im Leben Forstmanns ein großer Wandel. Ab 1918 begann er Volkswirtschaft zu studieren, trat 1920 in die August-Thyssen-Hütte in Duisburg ein und stieg dort innerhalb kurzer Zeit zum Betriebsdirektor und Sozialdezernenten auf. 1924 folgte Forstmanns Promotion zum Thema der Wohnungsfrage bei Berg- und Hüttenarbeitern in Hamborn. Diese Frage begleitete und beschäftigte ihn sein weiteres Leben. Bevor er sich jedoch voll und ganz dem Siedlungsbau widmen konnte, brache der Zweite Weltkrieg aus und der Soldat Forstmann diente als Chef des Wehrwirtschaftstabes in Kopenhagen. Im Mai 1945 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er im August jedoch wieder entlassen wurde.

Nach 1945 war er wieder Mitglied der Wohnstätten-Aktiengesellschaft und auch in den späteren Jahren engagierte er sich in vielen Ehrenämtern. Forstmann arbeitete etwa als Vizepräsident des Deutschen Siedlerbundes und entwickelte während dieser Zeit den Gedanken zur Unterstützung von Eigenheimen. Er beteiligte sich daran, dass 120 kleine Gruppensiedlungen gebaut werden konnten und Platz für 3500 Unterkünfte boten. Außerdem setzte Forstmann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Bau von 30 Pestalozzidörfern um. Diese Wohngemeinschaften boten Berglehrlingen, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung stammten, ein familiäres Zusammenleben. Seine wohnungspolitischen Bemühungen brachten Walter Forstmann den Spitznamen Siedlervater ein. Er wurde für seine Pionierarbeit im Siedlungsbau, und die damit verbundenen intensiven Bemühungen, den Wünschen und Nöten der Arbeiter nach Wohnraum nachzukommen, mit weiteren Auszeichnungen geehrt. Dazu zählen die italienische Ehrendoktorwürde der Academia Tibernia, die Ehrenplakette der Stadt Essen, sowie das Große Bundesverdienstkreuz.

Am 2. November 1973, im Alter von 90 Jahren, starb Walter Forstmann in Essen-Bredeney, wo er auch bestattet wurde. Leider ist kaum eine Quelle zu seiner Beisetzung, oder eine öffentliche Reaktion auf seinen Tod, zu finden. Auf Grund seiner vielen Verdienste für Essen, dem Ruhrgebiet und den Bergbausiedlungen, ist er bis heute in  guter Erinnerung und so wurde eine Siedlung in Dortmund nach Walter Forstmann benannt.

Walter Forstmann verfasste einige Schriften, darunter: U 39 auf Jagd im Mittelmeer (Berlin 1918) und Wohnkultur und Städtebau. Die gesellschaftspolitische Aufgabe der Weckung des Gemeinschaftsbewußtseins und ihre Bedeutung für Städtebau und Wohnkultur (Köln-Braunsfeld 1962).

Fußnoten

Abbildungen

Personenbild

  • Essener Revue, Nr. 2, 1968, S. 14.

Grabbild

  • Loraine Bender

Werkauswahl

  • Forstmann, Walter: U 39 auf Jagd im Mittelmeer, Berlin: 1918.
  • Forstmann, Walter: Wohnkultur und Städtebau. Die gesellschaftspolitische Aufgabe der Weckung des Gemeinschaftsbewußtseins und ihre Bedeutung für Städtebau und Wohnkultur, Köln- Braunsfeld: 1962.

Literatur

  • Dickhoff, Erwin: Essener Köpfe. Wer war was? Essen: 1985, S. 62 -63.
  • Ein U-Bootsheld aus der Ruhrgegend. Kapitänleutnant Forstmann aus Werden a.d. Ruhr. In: Vaterstädtische Blätter (1916), 17, S. 3.
  • Sellmann, Wilhelm: Walter Forstmann 90 Jahre: 9. März 1883 - 9. März 1973. Leben und Wirken des U-Boot-Kommandanten und „Siedlervaters“. Autobiographische Angaben, Darstellungen und Berichte aus Werken, Zeitschriften, Zeitungen, Glückwünschen und Briefen: Essen 1973.