Familienfriedhof Krupp

Die Familie Krupp war eine der größten Unternehmerfamilien der Welt. Sie prägte die Stadt Essen und hat sie zu dem gemacht was sie heute ist.
Als Arndt Krupp im Jahre 1587 aus den Niederlanden in die Stadt an der Ruhr kam, gründete er ein kleines kaufmännisches Unternehmen. Er hätte er nie gedacht, dass seine Nachfahren dieses Unternehmen einmal in eine der erfolgreichsten Konzerne der Welt umwandeln würden. Den Grundstein für das spätere Krupp Imperium setzte im 18. Jahrhundert jedoch Helene Amalie Krupp, die Frau von Friedrich Jodocus Krupp, dem Enkelsohn Arndt Krupps.

Krupp FriedhofDie Dynastie der Familie Krupp begann damit, dass Friedrich Krupp 1811 von dem Erbe seiner Großmutter Helene Amalie eine Gussstahlfabrik gründete. Die Geschäfte blieben jedoch erfolglos und nach seinem Tod übernahm seine Frau Therese Krupp die Leitung. Von den vier Kindern Ida, Alfred, Hermann und Friedrich war es ihr ältester Sohn Alfred Krupp, der versuchte die Firma wieder zu beleben. Nach dem Ausbau der Eisenbahnindustrie hatte die Firma endlich Erfolg. Die Gussstahlfabrik Krupp konnte endlich Umsatz verbuchen und sogar Mitarbeiter einstellen.
Außerdem entwickelte sich im Unternehmen die größte Waffenproduktion seiner Zeit und Krupp wurde mit dem Beinamen „Kanonenkönig“ gefeiert. Alfred Krupp war es auch der die Pläne für den Bau der Familienvilla Hügel entworfen und ausgeführt hat. Nach der Fertigstellung zog Alfred Krupp mit seiner Frau Bertha und ihrem einzigen Sohn Friedrich Alfred dort ein. Die Villa Hügel steht noch heute in Essen Bredeney.

So erfolgreich wie das Familienunternehmen auch war, jeder Erbe der Firma schaffte es sie noch erfolgreicher zu machen. Der Sohn Alfred Krupps, Friedrich Alfred gliederte das Grusonwerk und die Germaniawerft an das Unternehmen an. Doch auch die Frauen der Familie waren sehr erfolgreich. Margarethe Krupp, die Frau Friedrich Alfred Krupps, sorgte nach dem frühen Tod ihres Mannes dafür, dass ihre beiden Töchter Bertha und Barbara in angesehene Familien einheirateten. Ihre jüngste Tochter Barbara heiratete den Verwaltungsjuristen Tilo von Wilmowsky. Anlässlich der Verlobung ihrer ältesten Tochter und der Alleinerbin des Krupp’schen Unternehmens Bertha Krupp mit Gustav von Bohlen und Halbach, gründete sie die Margarethe-Krupp-Stiftung. Diese stellte sicher, dass die Arbeiter der Krupp´schen Werke günstig leben konnten. Die Margarethenhöhe hat bis heute Bestand und gehört zum Weltkulturerbe.

Krupp FriedhofDurch die Ehe zu Bertha Krupp wurde Gustav Krupp von Bohlen und Halbach zum neuen Leiter der Firma. Im Zweiten Weltkrieg war der Konzern mit an der Spitze bei der Waffenproduktion und wurde daher stark kritisiert. Nach seinem Rücktritt übernahm der älteste Sohn von acht Kindern Alfried Krupp die Leitung. Berthold Beitz trat ebenfalls der Firma bei und wurde zum Generalbevollmächtigten ernannt. Nach dem Krieg wurde Alfried jedoch als Kriegsverbrecher zu zwölf Jahren Haft verurteilt. 1951 folgte dann die Begnadigung und gemeinsam schafften Alfried Krupp von Bohlen und Halbach und Berthold Beitz es den Konzern neu zu gliedern und zu erweitern.

Nach dem Tod Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs lehnte sein Sohn Arndt Krupp von Bohlen und Halbach die Übernahme des Krupp’schen Konzerns ab und das gesamte Vermögen der Firma ging in die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung über. 1999 fusionierte der Krupp-Konzern schließlich mit Thyssen und wurde zur Thyssen Krupp AG.

 

Literatur

  • Stenglein, Frank: Krupp- Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens, München/Düsseldorf 1998

Internetquellen

Grabstellen auf dem Familienfriedhof

NachnameVornamenGeburtsdatumSterbedatumBeruf
KruppAlfred26.04.181214.07.1887Industrieller
KruppFriedrich17.07.178708.10.1826Industrieller
KruppFriedrich Alfred17.02.185422.11.1902Industrieller
KruppMargarethe15.03.185424.02.1931Lehrerin
Krupp von Bohlen und HalbachAlfried13.08.190730.07.1967Industrieller
Krupp von Bohlen und Halbach Bertha29.03.188621.09.1957Unternehmerin
Krupp von Bohlen und HalbachGustav07.08.187016.01.1950Industrieller